Es wird schön

Schon wieder ein Monat rum. Wir sind leider immer noch nicht ganz fertig, aber es geht sichtbar voran. Der Boden liegt, die Elektrik ist fertig, Traversen für die Beleuchtung sind angebracht und Ideen und Diskussion für den Tresen sind ausgetauscht. Den zu bauen, neue Einrichtung zu beschaffen und alles her zu richten dauert aber noch etwas.
Umbau und Renovierung verschlingt Unmengen an Kohle. Wenn ihr noch was übrig habt, überweist es einfach oder spendet hier.

Die Fototapete zeigt ein Bild von Tano D’Amico, mehr Infos zum Hintergrund hier.

Umbau geht voran / Spenden werde weiterhin gebraucht

Der Umbau im neuen Nordpol geht voran. Mittlerweile ist auch die Adresse kein Geheimnis mehr. Wir ziehen in die Bornstraße 144, an der Ecke zu Schüchtermannstraße und in der Nähe zum Nordmarkt haben wir hier ein geräumiges Lokal gefunden, dass unseren Ansprüchen genügt und sowohl als Kneipe als auch als Veranstaltungsort funktionieren kann. Wir haben schon viel Arbeit und Geld in die Baustelle gesteckt und sind seit Anfang des Jahres dabei den Raum zu renovieren.

Zu Beginn hat uns allerdings eher das drumherum als der Raum selbst beschäftigt. Das Haus in der Bornstraße und die Mieter*innen über dem Laden sind Opfer des Immobilienmarktes geworden und lange hat sich niemand um irgendwas gekümmert, so nun unter anderem Planerladen und Mieterverein helfen.

Mit Unterstützung des Vermieters im Erdgeschoss haben wir dann Angefangen mit der Arbeit im Ladenlokal und erst mal viel abgerissen, bevor Profis neue Leitungen und Rohre verlegt haben. Mittlerweile ist der grausame Rauputz verschwunden; die Wände gestrichen und der erste Lagerraum schon nutzbar. In den nächsten Wochen folgen Boden, Theke, Tresen und Technik. Wir hoffen euch im September endlich wieder begrüßen zu können.

Weiterhin gilt: Der Umbau kostet Kraft und unglaublich viel Geld. Wenn ihr was übrig habt Spendet uns gerne etwas über Betterplace oder direkt per Überweisung. Der Nordpol wird von einem gemeinnützigen Verein getragen und stellt auf Nachfrage gerne eine Spendenbescheinigung aus.
Meldet euch auch, wenn ihr beim Umbau helfen wollt, uns dauerhaft mit einer Mitgliedschaft unterstützen oder bald eine Veranstaltung organisieren wollt.

Wir freuen uns!

Spende für den Nordpol!

Seit 2013 ist der Nordpol ein fester Anlaufpunkt für die Dortmunder Subkultur. Dahinter stehen Menschen mit Hang zu linker Politik und Freund*innen der unkommerziellen Kunst und Kultur. In der Münsterstraße 99 ist es mit dem Nordpol vorbei. Aber wir haben einen neuen Ort gefunden! Im Moment ist der allerdings noch eine ziemliche Baustelle – und deswegen brauchen wir die Unterstützung der Community! Wir arbeiten seit vielen Wochen daran und brauchen nun Geld für die Wiedereröffnung. Mit 10.000 € finanzieren wir die Innen- und Außengestaltung, Möbel, eine Bühne & eine Theke.

https://www.betterplace.org/de/projects/109671-nordpol-neu-dortmunder-szeneort-zieht-um

30. April: Erstes Mehmet-Kubaşık-Kinderfest

Mehmet Kubaşık war ein Familienmensch, der in der Nordstadt bekannt und beliebt war. Am 30. April, einen Tag vor seinem Geburtstag, wollen wir gemeinsam das Leben und die Vielfalt im Stadtteil feiern. Die Idee für das Kinderfest hatte seine Tochter Gamze.

Das Bündnis Tag der Solidarität/ kein Schlussstrich Dortmund lädt Groß und Klein zum 1. Mehmet-Kubaşık-Kinderfest ein.

Mit: Hüpfburg, Bookbike Kinderschminken, Fußballbillard, Kinderbands: „Ponyhof“, Popcorn, Eis u.v.m.

Für eine solidarische Gesellschaft der Vielen.

Birinci Mehmet Kubaș bayramini

Mehmet Kubaşık aile babasi, Nordstadt’da bilinen ve sevilen bir insandı.
30 Nisan 2022’de hepberaber yasamı ve farkli olmanin özelligini kutlamak istiyoruz. Organize edilien cocuk bayrami Mehmet Kubaşğın kızı Gamze’nin arzusudur.

Birlik Tag der Solidarität/ kein Schlussstrich Dortmund küçük-büyük herkezi 1. Mehmet-Kubaşık Cocuk Bayramina davet ediyor.

Cocuklara özel oyun âletleri ve Cocuk programı olucak.
Dayanısmalı bir toplum için.

30. April von 14-19 Uhr

Mehmet-Kubaşık-Platz, Mallinckrodtstraße/ Ecke Münsterstraße Dortmund

Auszug und Umzug

Liebe Freund*innen, Genoss*innen und Unterstützer*innen des Nordpol

Viele Jahre haben wir gemeinsam in der Münsterstraße gefeiert und Dinge gemacht. Es gab Lesungen, Plena, Konzerte, Cafes, Bastel-Action, Spieleabende, Liederabende, Sprachkurse und vieles mehr. Mit Corona musste schon einiges herunterfahren werden und Ende März endet die Zeit an ‚unserem‘ Ort nun gänzlich.
Der Vermieter hat andere Pläne für den Raum und wir, wegen der Kameraüberwachung, schon länger geplant die Münsterstraße zu verlassen.

Die Stadt machen wir aber weiter unsicher und in der Nordstadt werden wir auch bleiben.

Wir malern, bauen, diskutieren und plenieren bereits an einem anderen Ort, um uns ein neues Wohnzimmer zu schaffen. Wir sind aber noch nicht so weit den Ort bekannt zu geben und zu Eröffnen. Spätestens im Mai ist es aber soweit. Seid gespannt!

Für Hilfe, Spenden und so weiter sind unsere Kanäle weiter offen.

Weiter gehts

Da ist es, 2022, das dritte Jahr, in dem wir es mit dieser Pandemie zu tun haben, und eins, das vielleicht ein bisschen grauer und müder anfängt als viele vorher. Keine Zeit, durchzuhängen: Wir wünschen euch allen ein glückliches, fröhliches und kämpferisches neues Jahr – und sehnen uns nach offenen Türen, nach euren Gesichtern und Geschichten an unserem Tresen.

Und wo wir schon beim Tresen sind: Der wird bald ein anderer sein. Denn wir haben, nach langer Suche, neue Räume gefunden. Soviel vorab: Wir bleiben natürlich in der Nordstadt. Wo genau, erfahrt ihr in den nächsten Wochen. Im Moment sitzen wir noch an Ideen und Konzepten, vor Bodenbelägen und Wandfarben, planen Um-, Aus- und Einzug. Bald geht es richtig los, und dann werden wir für helfende Hände dankbar sein, die Wände streichen, Regale zusammenschrauben, Kisten schleppen und und und. Wenn ihr uns dabei helfen wollt, meldet euch einfach per Mail (kontakt@nrdpl.org) oder die sozialen Netzwerke!

Und auch sonst könnt ihr helfen: Denn so ein Umzug kostet Geld. Von dem auch wir ein bisschen was brauchen werden, um alles zu stemmen. Wir freuen uns deswegen auch über Spenden – und wenn ihr euch nicht nur finanziell einbringen, sondern den Laden auch mitgestalten wollt: Werdet doch Mitglied! Wenn ihr mehr Infos wollt, schaut doch bei einem unserer Kiosk-Tresen vorbei (aktuelle Ankündigungen auf unserer Webseite, Twitter oder Instagram) oder ihr schickt uns eine Mail: kontakt@nrdpl.org. Bis bald!

Der Herbst & was noch so ansteht

Nordpol – Foto: Sabrina Richmann

Der letzte Post ist schon eine ganze Weile her. Dabei waren wir gar nicht in der Sommerpause, im Gegenteil. Wir haben, so gut es eben ging unter Corona-Bedingungen, unseren Barbetrieb gefahren, und wann immer es ging, Tische und Stühle rausgestellt. Ein großer großer Dank geht raus an alle, die uns in den letzten Monaten supportet (oder besser: gerettet) haben, mit ihrem Mitgliedsbeitrag, mit ihren Spenden, als Gäst:innen und Besucher:innen. VIELEN DANK!

Das zweite Jahr unter Corona-Bedingungen ist nicht einfach, und wer öfters da ist, weiß: Das liegt nicht nur an der Pandemie. Seit Mai hängen in der Münsterstraße 18 Polizeikameras, vier davon in unserem direkten Umfeld, mit denen die Polizei alles überwachen, pardon, delinquentes Verhalten unterbinden und Straftaten verhindern will. Noch läuft eine Klage gegen die Videoüberwachung. Die Dortmunder Polizei hat aber im Sommer schonmal Fakten geschaffen und filmt nun rund um die Uhr den nördlichen Teil der Münsterstraße.

Nicht nur, aber auch deswegen eine Neuigkeit in eigener Sache: Wir werden die Münsterstraße verlassen. Nach 8 Jahren läuft nun unser Mietvertrag hier aus und wird nicht verlängert. In Kürze erfahrt ihr hier mehr.

Eine Weile bleiben wir aber noch hier, und machen natürlich weiter: Denn wir können und dürfen unsere Räume wieder öffnen! Weil wir gleichermaßen unseren Laden wieder bespielen wollen als auch den Infektionsschutz weiterhin für wichtig halten, finden alle Tresen unter 2G-Regeln (geimpft oder genesen) statt. Bitte habt das auf dem Schirm, wenn ihr zu uns kommen wollt. (Und wenn ihr könnt: Lasst euch impfen, für euch und für alle!)

Tankt noch etwas Herbstsonne und lasst es euch gut gehen! Bis bald im Norden!

Alles Liebe,
euer Nordpol-Team

… AND WE’RE BACK!

Auch wenn Corona nicht überstanden ist, freuen wir uns, nun wieder Tische und Stühle vor den Laden stellen zu können! Kommt vorbei, nehmt Platz, genehmigt euch ein Kaltgetränk! Seit heute geht das auch wieder ganz ohne Test.

Wir bleiben weiter auf der Hut und bitten alle, auch im Nordpol aufeinander acht zu geben, wenn ihr euch nicht fit fühlt, bleibt zu hause! Checkt die Webseite für aktuelle Termine.

Neustart und so

Der Winter war lange und zehrend genug. Zeit, wieder etwas mehr Leben in den Nordpol zu bringen, so weit es denn eben geht. Unsere Türen dürfen wir zwar immer noch nicht wieder öffnen, aber immerhin unsere Fenster. Das Konzept Kiosk hat, finden wir, schon letztes Jahr ganz gut funktioniert, also haben wir damit jetzt wieder angefangen. Wir machen jetzt wieder (mehr oder weniger) regelmäßig auf, schaut doch immer mal hier in die Termine oder auf den bekannten Social-Media-Kanälen.

Ansonsten brodelt es weiterhin: Wir versuchen, so bald wie möglich so viel zu öffnen wie geht und vertretbar ist. Wir stellen, sobald es geht, die Stühle vor den Laden. Wir senden weiter auf radio.nrdpl.org, Unterdruck druckt weiter.

Wir brauchen eure Unterstützung!

Wir sind ein Jahr lang irgendwie gar nicht so schlecht durch die Pandemie gekommen, obwohl unsere zum großen Teil weggebrochenen Einnahmen die Ausgaben nicht decken, und obwohl wir mehrere Hilfsprogramme gar nicht beanspruchen können. Jetzt ist die Lage ernst, und wir brauchen euch! Vielleicht seid ihr irgendwann in einer Bierlaune mal Mitglied im Verein geworden und zahlt einen Mitgliedsbeitrag. Vielleicht hat sich eure finanzielle Situation seit damals ja verbessert und ihr könnt ihn erhöhen? Vielleicht seid ihr noch gar nicht Mitglied, weil ihr gar nicht wusstet, dass das geht? Jetzt wisst ihr es – es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt! (wenn ihr einen Mitgliedsantrag haben wollt, schreibt uns: kontakt@nrdpl.org) Wenn ihr schon Mitglied seid, eure WG, eure Kolleg:innen oder eure Tante noch nicht: Fragt sie doch mal!

Natürlich könnt ihr auch einfach so ein bisschen Geld spenden, einmalig oder regelmäßig – wie das geht, erfahrt ihr auf unserer Spenden-Seite. Jeder Beitrag hilft! Der Trägerverein des Nordpol ist als gemeinnützig anerkannt und berechtigt Spendenquittungen auszustellen. Meldet euch bei Fragen: finanzen@nrdpl.org

Wir sehen uns – im, vor dem, in der Nähe vom Nordpol. Bleibt gesund!

Euer Nordpol

Sie meinen uns alle! – Keine Überwachung von linker Kultur und antifaschistischen Engagements!

Die Polizei Dortmund hat diese Woche in einer Pressekonferenz erklärt, dass die Überwachung der Münsterstraße bald starten soll.Der Nordpol ist davon nicht nur abstrakt betroffen, sondern explizit mit gemeint. Drei hochauflösende Kameras sollen in Zukunft alles aufzeichnen, was vor, und wahrscheinlich auch, was in dem Laden passiert. Wir unterstützen die Initiative gegen die Kameraüberwachung und werden auch selbst juristisch gegen die polizeiliche Überwachung vorgehen. 

Im Sommer war vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Klage gegen die Überwachung eingereicht worden. In der Akte dazu findet sich folgende Einschätzung der Polizei:

„Als problematisch hat sich das Cafe Nordpol (Hausnummer 99) […] erwiesen. Die Besucher sind nicht nur generell aufgrund ihrer ideologischen Prägung ablehnend gegenüber der Polizei, sondern stören zum Teil aktiv die in diesem Bereich durchgeführten Kontrollen der dort agierenden Drogendealer sowie strafverfolgende Maßnahmen gegen diese Klientel.“

Aus den Planungsdokumenten der Polizei Dortmund zur Videoüberwachung vom 27.08.2020


Grund für die Überwachung ist also, dass die Besucher:innen des Nordpol der Polizei kritisch gegenüber stehen und das Racial Profiling, das sie dort täglich selbst beobachten können (alle nicht-Weißen sind durch ihre Anwesenheit automatisch „Drogendealer“), nicht kommentarlos hinnehmen.

Die linke Szene in Deutschland kennt spätestens seit den 70er Jahren den paranoiden Sicherheitsstaat, aber die antifaschistischen und linken Subkultur dauerhaft bei ihren Zusammenkünften, Feiern und Veranstaltungen überwachen zu lassen, das hat sich bisher nicht mal ein sächsischer Innenminister getraut.Dieser Angriff auf eine unbequeme, weil antifaschistische Kultur ist das Resulat einer neoliberal-neokonservativen Politik und ein Ausblick auf die Zukunft in NRW und der BRD mit ihren neuen Polizeigesetzen, die diese Formen der Gängelung und Einschüchterung ermöglichen.

Der Auszug aus der Akte zeigt auch, dass Polizeikritik notwendig ist. Wir befinden uns in einer Zeit, in der es „Einzelfälle“ rechter Strukturen in Polizeistationen hagelt, stereotype und stigmatisierende Bilder von „Clans“ und „der Nordstadt“ an Polizeihochschulen gelehrt werden, und der NRW-Innenminister sich bei Großrazzien in Shishabars gegen „Clankriminalität“ als hart durchgreifender Retter der rechtschaffenden Bürger:innen inszeniert (der deutschen, versteht sich). Während gleichzeitig Polizeigewerkschaften und konservative Parteien unisono einfordern, den Sicherheitsbehörden bedingungslos den Rücken zu stärken. Diese undemokratischen Tendenzen kritisieren wir, jedes Mal, wenn Personen in der Münsterstraße nur auf Grund ihrer Hautfarbe oder ihres „verdächtigen Verhaltens“ kontrolliert und als „Klientel mit zweifelhaftem Ruf“ drangsaliert werden.

Natürlich kennen auch wir die Probleme der Nordstadt und der Münsterstraße aus eigenen Erfahrungen: Es gibt Armut, es gibt Gewalt, es gibt Kriminalität. Zu den Problemen gehört aber auch die Polizei, die mit Ordnungspolitik und Disziplinarmaßnahmen versucht, Versprechen von Sicherheit einzulösen, die es in der neoliberalen Gesellschaft niemals geben kann. Seit bald sieben Jahren stehen der Nordpol und viele andere Initiativen für eine andere, solidarische Nordstadt: Wir organisieren Veranstaltungen, bieten Cafes und Beratungsgespräche, Konzerte und Parties. Unser Anspruch dabei ist offen zu sein für die Vielfalt der Menschen, bei Problemen zu helfen und gleichzeitig der Ordnungspolitik mit ihren immer gleichen „Eisernen Besen“, die die Nordstadt seit Jahrzehnten quälen, etwas entgegen zu setzen.